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Freitag, 1. Juli 2011

MUMFORD AND SONS – Love Is In The Air

Seitdem ich die Jungs im Spätsommer 2009 zum ersten Mal gehört habe, bin ich hin und weg. Ehrlich die vier Briten beweisen, dass ihre aufrichtige und hingebungsvolle Liebe zur Musik ein unglaublich harmonisches und schönes Zusammenspiel von zarten Folkklängen und wahnsinniger Energie ergeben kann. Marcus Mumford, Country Winston, Ben Lovett, und Ted Dwane tragen die Romantik im Herzen, das Feuer in der Brust und lassen den Zuhörer mit ihren eindrucksvollen, melancholischen Stimmen auf die einfache Schönheit der Texte aufmerksam werden. Alle vier fanden sich aufgrund ihrer Liebe zu Country, Bluegrass und Folk und beschlossen, Musik zu machen, die laut, stolz und lebendig klingt.


"It was a very exciting time, and though we loved it and were in awe of the music going on around us, we didn’t consider ourselves contenders in the pretty daunting London music scene. There was never any idea of competition, just pure enjoyment"


Kurz nachdem die Band mit der Konstellation und Zusammenstellung von Songs fertig war, gingen sie auf Tour. 2008 reisten sie durch England, Schottland und gingen sogar nach Amerika. Dann kam die Zeit ihres Debüt Albums. Mit der Hilfe und Unterstützung des wohlbekannten Produzenten Markus Dravs verfeinerten The Sons noch ihren schon mächtigen Sound und stärkten ihre musikalische Persönlichkeit. Mit Sigh No More legte die Band ein Album hin, welches sehr schwer an Echtheit, Natürlichkeit, Liebe und Leidenschaft zu übertreffen ist. Die Lieder erzählen Geschichten von Verlust, Angst, Reue und Schmerz.

"Feel the fire in your belly and the romance in your heart as you listen, let your voice break into rapture - and you too sigh no more."

MTV UNPLUGGED

Wer bis jetzt noch nicht in den Genuss gekommen ist, sich von der stimmlichen und musikalischen Gewalt der Band davon reißen zu lassen, sollte sich bei mtv.de einfach die unl#plugged videos zu Gemüte führen.

Dienstag, 28. September 2010

Weezer wagen sich an den Klassiker: "Pinkerton"-Deluxe Edition erscheint im November!


Schlappe zwei Wochen ist es her, dass das achte Weezer-Studioalbum "Hurley" erschien. Die neue Scheibe mit dem "Lost"-Schauspieler auf dem Cover ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, verglichen mit dem katastrophalen "Raditude", doch Fans der frühen Weezer dürften immer noch nicht begeistert sein. Die können sich dafür über eine andere Nachricht freuen: Weezer werden im November ihr legendäres zweites Album "Pinkerton" in einer Deluxe-Edition mit Bonustracks neu veröffentlichen!


Für all jene, die sich in der Bandgeschichte der Amerikaner nicht so gut auskennen, hier ein kurzer Rückblick: 1994 erschien Weezers selbstbetiteltes Debütalbum, das sogenannte "blaue Album", das mit Sonnenscheinrock, mitreissenden Melodien und schüchtern-nerdigen Texten ein Riesenhit wurde. Nach dem Erfolg zog sich Bandleader Rivers Cuomo zurück, um neue Songs zu schreiben, die aufgrund seiner persönlichen Lage weitaus düsterer ausfielen. Das zweite Album "Pinkerton" von 1996 unterschied sich deshalb auch diametral vom poppigen Erstling. Es war viel rauher produziert, die Gitarren lärmten, das Schlagzeug schepperte und Cuomos Gesang wurde stellenweise zu einem Schreien. Dazu die Texte! "Pinkerton" lieferte tiefe Einblicke in ein zerrissenes, verunsichertes Seelenleben voller Ängste und Hoffnungen. Nichts da mehr mit Liedern über Frauen, wie man sie gerne hätte und über das Surfen.



Die Folge: "Pinkerton" floppte. Ein Großteil der zeitgenössischen Rezensionen ging scharf mit der Scheibe ins Gericht, das Label entzog der Band sein Vertrauen und wollte "Pinkerton" nicht angemessen vermarkten. Weezer gingen an dem Misserfolg fast zugrunde. Fünf Jahre sollte es dauern, bis das nächste Weezer-Album erschien. In der Zwischenzeit verschwand die Band von der Bildfläche, und Bassist Matt Sharp verließ die ohnehin kaum mehr existente Gruppe. Aber dann das: Plötzlich wurde "Pinkerton" gewürdigt. Immer mehr Leute erkannten die enorme Kraft, die Genialität hinter den verschrobenen Songs. Im noch jungen Internet wurden plötzlich wieder Rufe nach einem Weezer-Comeback laut. Und in der Tat kam die Band nach Jahren voller Selbstzweifel gestärkt zurück.


COLUMBIA, MD - AUGUST 30: Guitarist Brian Bell (L) and lead singer Rivers Cuomo of Weezer performs at the Virgin Mobile FreeFest on August 30, 2009 in Columbia, Maryland. The music festival gave away all 35,000 tickets for free. (Photo by Brendan Hoffman/Getty Images)

Nun gut, nach dem Comeback sollte Weezer leider nie mehr auch nur annähernd das Level von "Pinkerton" erreichen. Aber immerhin waren sie wieder zurück, und zwar produktiv. Jetzt wagen sie sich endlich an das mythenumrankte Album von 1996 heran und veröffentlichen Anfang November eine Deluxe Edition. Neben dem zehn Liedern des "normalen" Albums befinden sich noch insgesamt 25 Bonustracks auf den zwei CDs, zum Großteil Liveaufnahmen und unveröffentlichte Bonustracks. Das lässt doch das Herz jedes Musikfreunds höher schlagen.

Die komplette Tracklist der Deluxe Edition gibt es hier.

Freitag, 3. September 2010

Anlässlich des neuen Albums: Eine Hommage an die Manic Street Preachers

Am 17. September erscheint "Postcards From a Young Man", das zehnte Studioalbum der Manic Street Preachers. Die Waliser waren hierzulande ja nie so bekannt wie in Großbritannien, wo sie spätestens seit Mitte der 1990er Jahre zu den großen Stars zählen. Vielleicht ist deshalb das neue Album ein guter Anlass, die faszinierende und außergewöhnliche Karriere der Musiker von der Insel eingehender zu beleuchten.

Gegründet 1986 unter dem Namen Betty Blue, hatten die Manic Street Preachers Ende der 1980er ihre feste Besetzung gefunden und spielten Auftritte unter ihrem neuen Namen. James Dean Bradfield spielte Gitarre und sang, Nicky Wire alias Nicholas Jones war der Bassist, Bradfields Cousin Sean Moore der Drummer. Dazu kam noch Richey James Edwards, der nominell zweiter Gitarrist war, aber diese Rolle von Anfang nur zum Schein ausübte. Edwards' Verstärker war angeblich bei fast allen Auftritten der Manics auf leise gedreht, so dass man nur das Instrument des weitaus begabteren Bradfield hören konnte. Nein, Edwards' Rolle in der Band war von Anfang an die des intellektuellen, rhetorisch gewandten Texteschreibers, der die provokanten und rebellischen Ansichten der Band in Worte fassen sollte und so die Außendarstellung entscheidend prägen sollte.

Die Manic Street Preachers hatten Anfang der 90er Jahre dann auch tatsächlich ein wahres Outlaw-Image in Großbritannien. Sie spielten geschickt mit den Medien, pöbelten andere Bands an, gaben sich aufsässig und rebellisch. In einem frühen Interview schnitt sich der seit jeher psychisch labile Edwards mit einer Rasierklinge die Worte "4 REAL" in den Unterarm, nachdem ihm ein Reporter mangelnde Authentizität vorwarf. Das Debütalbum der Manics, "Generation Terrorists", erschien Anfang 1992 und bot musikalisch eine Mixtur aus hartem Glamrock im Stile der Guns'n'Roses und Punkrock der ersten Stunde. Zwischen lauten politischen Statements fand sich auch dieses eine melancholische Lied, das zum Evergreen wurde: "Motorcycle Emptiness". Als Single ausgekoppelt, wurde es zum ersten Hit der Manic Street Preachers.
1993 veröffentlichte die Band "Gold Against the Soul", das sich ein Stück weit vom politischen Milieu löste und auch musikalisch leicht in Richtung Alternative Rock tendierte. 1994 sollte ein einschneidendes Jahr in der Bandgeschichte werden. Der psychische Zustand von Richey James Edwards wurde immer schlechter, er musste nach gescheiterten Selbstmordversuchen in eine Klinik eingeliefert werden. Sein zermartertes Innenleben verarbeitete er in den Texten zum dritten Manics-Album "The Holy Bible", das im August dieses Jahres erschien. Bis heute gilt dieses düstere, widerspenstige Album als eines der besten seiner Art und als absoluter Klassiker. Keine leichte Kost und deswegen kommerziell auch nicht sehr erfolgreich, ist es doch das definitive Statement der Manic Street Preachers. Nach diesem kreativen Höhepunkt kam der persönliche Tiefpunkt.

LONDON - FEBRUARY 28:  Singer James Dean Bradfield and the Manic Street Preachers perform after receiving their Godlike Genius award at the Shockwaves NME Awards Big Gig 2008 at the O2 Arena on February 28, 2008 in London, England.  (Photo by Gareth Cattermole/Getty Images)


Im Februar 1995 verschwand Richey Edwards einfach. Er checkte aus seinem Londoner Hotel aus, nahm sich einen Mietwagen und ward nie wieder gesehen. Sein Auto wurde in der Nähe der Severn Bridge an der Meerenge zwischen Wales und England gefunden, weshalb man heute allgemein von Selbstmord ausgeht. Geschockt und verwirrt, überlegte das verbliebene Trio lange, ob man weitermachen sollte. Letztlich beschloss man aber doch, die Reise ohne den Kreativpol fortzuführen. Das 1996 erschienene Album "Everything Must Go" wurde dank der melancholischen Hitsingle "A Design For Life" zum Megahit und etablierte die Manics als Rockstars im Mainstream. Obwohl die Musik wesentlich radiotauglicher war als noch auf "The Holy Bible", büssten die Manic Street Preachers nichts von ihrem künstlerischen Anspruch ein. 1998 schaffte es das Trio gar erstmals auf Platz 1: Sowohl die Single "If You Tolerate This Your Children Will Be Next" als auch das Album "This is My Truth Tell Me Yours" belegten Spitzenplätze der englischen Charts.

Die Manic Street Preachers waren auf ihrem kommerziellen Höhepunkt angekommen. 2001 schaffte es das experimentelle "Know Your Enemy" noch auf Platz 2, aber danach folgte mit "Lifeblood" eine Scheibe, die nicht nur musikalisch von kühlen Elektrosounds geprägt war, sondern das auch von den Fans eher unterkühlt aufgenommen wurde. Die große Zeit der Manic Street Preachers schien vorbei, und viele Zeitschriften schrieben schon einen Abgesang auf eine der größten und wichtigsten Bands der letzten Dekade.

Aber dann gelang mit "Send Away the Tigers" (2007) ein beachtliches Comeback in den Charts. Die Musik auf diesem Album war wieder viel rockiger und erinnerte in vielerlei Hinsicht an den Klassiker "Everything Must Go". Zwei Jahre später fühlten sich die Manic Street Preachers dann reif dafür, ihrem verschwundenen Ex-Kameraden ein musikalisches Denkmal zu setzen. "Journal For Plague Lovers", das neunte Studioalbum, basierte ganz alleine auf Songtexten aus Edwards' Feder, die er seinen Freunden kurz vor seinem Verschwinden übergeben hatte. Die Musik auf diesem Album war eine klare Rückkehr zum düsteren, verzweifelten Alternative der "Holy Bible"-Phase, und sowohl Fans als auch Kritiker waren verzückt.

LONDON, ENGLAND - JUNE 11:  Manic Street Preachers attend the 2009 MOJO Honours List at The Brewery on June 11, 2009 in London, England.  (Photo by Gareth Cattermole/Getty Images)


Nun wollen es die Manic Street Preachers aber noch einmal in kommerzieller Hinsicht wissen. "Postcards From a Young Man", das zehnte Album, wurde von Bradfield und Wire vorab als "One last shot at mass communication" angekündigt, also als letzter Versuch, die Charts zu stürmen. Die Chancen dafür stehen gut: Die Musik auf der neuen Scheibe ist kraftvoll, melodisch und selbstbewusst. Orchestral untermalter Rock wie auf der Vorabsingle "(It's Not War) Just the End of Love" trifft auf nachdenkliche Klänge wie "Hazelton Avenue" oder "Some Kind of Nothingness". Wieder einmal haben die Manic Street Preachers ein großartiges, allumfassendes Meisterwerk geschaffen, das alte Fans zufrieden stellen wird und ihnen garantiert auch neue einbringen wird. Diese Band ist in der Tat die wohl wichtigste Band, die in den letzten 20 Jahren aus Großbritannien hervorkam. Hoffentlich machen sie noch viele weitere Alben dieses Kalibers.

Donnerstag, 29. Juli 2010

Rolling Stones - gehen die Rock-Legenden 2012 in Rente?

Es gibt auch in einer schnelllebigen Branche wie dem Musikbusiness Beständigkeit. Kaum etwas verkörpert diesen Wert so wie die Rolling Stones. Die „Rock-Dinos“ aus England stehen seit 1962 auf der Bühne und gehen immer noch regelmäßig auf Tour. Obwohl ihre große Zeit in den Charts etwa seit Anfang der 80er Jahre vorbei ist, zählen Mick Jagger, Keith Richards und Co immer noch zu den beliebtesten Bands der Welt. Ihre Klassikeralben wie „Aftermath“, „Their Satanic Majesties Request“ oder „Exile on Main Street“ verkaufen sich nach wie vor hervorragend und bringen auch einer neuen Generation das Mysterium Rolling Stones nahe.


Doch plötzlich, wie aus dem nichts, taucht die Frage auf: Wie lange noch? Laut einem Bericht der englischen Boulevardzeitung The Sun wollen sie Stones 2012 in Rente gehen – pünktlich zum 50. Jahrestag ihrer Bandgründung. Alle Bandmitglieder gehen mittlerweile stramm auf die 70 zu und wollen es ihren Fans scheinbar nicht zumuten, sie in altersschwachem Zustand auf der Bühne zu sehen. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus, aber die Fans müssen sich wohl tatsächlich damit abfinden, dass es stimmt. Eine letzte riesige Welttournee noch, und die Stones könnten sich in den Ruhestand verabschieden. Das wäre es dann auch mit der Beständigkeit im Musikbusiness gewesen.